Außergerichtliche Sanierung: Möglichkeiten und Grenzen

Gezieltes Vorgehen vor und nach einer Sanierung

Von einer Unternehmenskrise wird meist erst gesprochen, wenn die Fortführung “auf der Kippe” steht. Erste Anzeichen einer derartigen Schieflage zeichnen sich aber oft lange im Vorfeld ab. Neben sinkenden Umsatzzahlen können die fortlaufende vollständige Ausschöpfung der Kreditlinien oder überfällige Lieferantenverbindlichkeiten sowie Rückstände bei Sozialabgaben und dem Finanzamt dazu gehören. Das heißt, die Liquiditätskrise zeichnet sich
oft lange nach der Ertragskrise ab. Je nach Krisenstatus und Spezifika kann ein außergerichtliches Sanierungsverfahren eine Möglichkeit sein, das Unternehmen erfolgreich neu auszurichten.

Aktives und gezieltes Vorgehen in Sanierungssituationen

Ein Sanierungsgutachten bildet dafür meist die Grundlage. Neben einer vollständigen und möglichst objektiven Darstellung der rechtlichen und wirtschaftlichen Ist-Situation werden darin das Ziel der Sanierung formuliert sowie umfangreiche Aussagen zur Sanierungswürdigkeit erarbeitet. Dazu gehört in allererster Linie die Einschätzung, ob im Unternehmen ein operativ “gesunder Kern” vorhanden ist. Die Mindestanforderungen an ein Sanierungskonzept werden durch das Institut der Wirtschaftsprüfer e.V. (IDW) im IDWStandard S6 genau formuliert. So soll ein einheitlicher Mindeststandard gewährleistet werden. Nur wenn die Punkte im Hinblick auf Fortführungs-, Rendite- und Wettbewerbsfähigkeit sowohl bei den Gläubigern durchsetzbar und die festgehaltenen operativen Maßnahmen umsetzbar sind, gilt das Unternehmen als nachhaltig sanierungsfähig.

Genaues Abwägen aller Faktoren erforderlich

Der größte Vorteil einer außergerichtlichen Sanierung liegt zunächst auf der Hand: die Umsetzung kann “geräuscharm” vollzogen und muss nicht öffentlich angezeigt werden – es sind zunächst keine Nachteile im Kundenverhältnis zu erwarten. Lieferanten und Mitarbeitern wird der Sanierungsbedarf jedoch nicht entgehen und bei einer außergerichtlichen Sanierung müssen alle Gläubiger überzeugt werden. So spielt die Anzahl der Gläubiger eine große Rolle – häufig verfolgen die verschiedenen Gläubigergruppen unterschiedliche Interessen. Stimmt auch nur einer nicht zu, scheitert dieser Weg der Sanierung vorzeitig.

Frühzeitiges Agieren bringt größeren Handlungsspielraum

Einen weiteren Risikofaktor stellt der richtige Zeitpunkt dar. Erkennt das Management die Krise frühzeitig und sind noch ausreichende finanzielle Mittel oder ein Zugang zu solchen vorhanden, stehen die Chancen für einen Vergleich relativ gut. Doch zeigt sich im Berateralltag oft, dass die Mehrzahl der Unternehmer die eigene Situation schlichtweg unterschätzt. Ist eine Zahlungsunfähigkeit bereits eingetroffen oder geht das Sanierungskonzept nicht auf, droht neben weiteren Haftungsrisiken der Vorwurf der “Insolvenzverschleppung”. Dann muss nach allen vorgelagerten Versuchen Insolvenz angemeldet werden – die Fronten sind oft “verhärtet” und der gerichtliche Weg wird zusätzlich erschwert.

Weitere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung

Eine Reihe weiterer Voraussetzungen sollte erfüllt sein, denn eine Fokussierung auf die akuten Probleme reicht in der Regel nicht aus, da die Ursachen meistens deutlich früher beginnen. Hier ist eine ganzheitliche Betrachtung in Kombination mit einer strategischen Neuausrichtung sinnvoll. Ansonsten führt auch eine außergerichtliche Sanierung mittel- bis langfristig nicht zum erhofften Erfolg. Das Vorhandensein ausreichender finanzieller Mittel ist eine weitere Bedingung. Oft muss dafür neues Kapital (Eigen- oder Fremdkapital) eingeworben werden, was in einer Phase der Sanierung gerade bei Finanzierungspartnern im Bankenbereich nicht einfach ist. Ein weiteres Problem kann der von der Hausbank aufgedrückte “Sanierungsstempel” darstellen. Selbst nach Abschluss des Sanierungsprozesses werden neue Finanzierungsanfragen mit Skepsis betrachtet. Das Unternehmen ist – trotz “gefühltem” Neustart – gegenüber seinen Mitkonkurrenten weiterhin im Nachteil.

Über:

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Über den Beratungsverbund ABG-Partner

ABG-Partner ist ein Beratungsverbund mit den Schwerpunkten Steuer- und Unternehmensberatung, Recht und Wirtschaftsprüfung. Gegründet 1991, betreut die ABG-Partner an den Standorten München, Bayreuth, Dresden und Böblingen Unternehmen und Institutionen aller Rechtsformen sowie Privatpersonen in allen steuerlichen und wirtschaftlichen Themen. Unsere Stärken liegen dabei in der aktiven Gestaltung steuerlicher Belange, Finanzierungsberatung, Kapital- und Fördermittelbeschaffung, Controlling, Unternehmensbewertung, Unternehmensnachfolge, Sanierung sowie Wirtschaftsrecht. Geschultes Fachwissen, hohe Motivation und partnerschaftliches Verhalten zeichnen unsere 100 Mitarbeiter aus. In der Zusammenarbeit mit Mandanten und Partnern sind uns Offenheit, Fairness und Akzeptanz wichtig – denn so sind wir gemeinsam erfolgreich.

Pressekontakt:

ABG Marketing GmbH & Co. KG
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Beratungsverbund ABG-Partner beim 9. Wirtschaftstag im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Referenten von ABG-Partner erläutern Praxistipps und Stolpersteine bei einer Unternehmensnachfolge

(Dresden, den 29. Mai 2015) Der Beratungsverbund ABG-Partner nahm am 20. Mai 2015 auf Einladung vom Landratsamt und Landrat Michael Geisler am 9. Wirtschaftstag im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge teil. Eines der Hauptthemen in diesem Jahr war die “Unternehmensnachfolge”. Auf Schloss Sonnenstein in Pirna hielten Simon Leopold und Ilka Stiegler, Geschäftsführer im Beratungsverbund ABG-Partner gemeinsam mit Dr. Matthias Bender, Rechtsanwalt von ABG Cramer Rechtsanwälte im Beratungsverbund ABG-Partner einen Vortrag zu “Unternehmensnachfolge erfolgreich gestalten – Praxistipps und Stolpersteine”. Simon Leopold stellte den 200 Gästen nicht nur verschiedene Anlässe einer Nachfolge vor, sondern erklärte ebenso, wie sich der komplexe Prozess optimal steuern lässt und wie eine Unternehmensbewertung erfolgt. Ilka Stiegler erläuterte zum einen zahlreiche
Kommunikationsaspekte und berichtete zum anderen, welche Beteiligten in die Kommunikation eingebunden werden müssen und wie sich die emotionalen Herausforderungen gerade bei einer familieninternen Nachfolge lösen lassen. Wie gegebenenfalls im Vorfeld eine strategische Neuausrichtung erfolgen kann, um als Unternehmen zum Beispiel für Investoren interessant zu werden, war ebenfalls Inhalt des Vortrags. Anschließend stellte Rechtsanwalt Dr. Matthias Bender die verschiedenen rechtlichen Grundlagen einer Unternehmensnachfolge dar und zeigte auf, wie sich ein Unternehmen für den Notfall rüsten kann – zum Beispiel bei einem plötzlichen Unfall des Geschäftsführers. Er berichtete außerdem, welche Auswirkungen eine Erbengemeinschaft für ein Unternehmen haben kann und welche Formen der Übertragung es gibt. Nach einem fachlichen Austausch zwischen Referenten, Unternehmern, Banken sowie der Industrie- und Handelskammer rund um die Nachfolge gab anschließend der IT-Sicherheitsexperte Tobias Schrödel in seinem Vortrag “Hacking für Manager – IT-Sicherheit mal anders” Einblicke in die Welt der Hacker. Dabei deckte Schrödel auf eine unterhaltsame Art vor allem Sicherheitslücken in Handys und Computern auf. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Dresdner Salonorchester, das den Gästen beim Abendessen ein erstklassisches Klangerlebnis bot.

Der 9. Wirtschaftstag des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge war eine erfolgreiche Veranstaltung. Die Referenten des Beratungsverbundes ABG-Partner bedanken sich für die zahlreichen Gespräche und freundlichen Kontakte und freuen sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit den Partnern des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Der regionale Sender Pirna-TV berichtete ebenfalls über den Wirtschaftstag 2015:
http://www.pirna-tv.de/2015/05/21/9-wirtschaftstag-im-landkreis/

Weitere Informationen gibt es unter www.abg-partner.de.

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