IfKom begrüßen Ergebnisse der Digitalklausur der Bundesregierung

Aus Sicht der IfKom sollten die beschlossenen Wege der Digitalklausur zügig beschritten werden und begrüßen dazu die Ergebnisse der Bundesregierung.

Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) halten die Ergebnisse der Digitalklausur der Bundesregierung für zielführend und begrüßen die beschlossenen Maßnahmen. Die Herausforderungen bestehen allerdings in der Umsetzung der dort behandelten Strategien und Eckpunkte.

Die Mobilfunkstrategie ist nach Auffassung der IfKom angesichts der Ausbausituation in Deutschland eine durchaus sinnvolle Maßnahme, um zügig zu einer angemessenen Flächendeckung zu kommen. Erfreulich ist auch die Einbeziehung der tatsächlichen Fläche anstelle der bisher rein auf Haushalte betrachteten Verfügbarkeit. Die Ingenieure für Kommunikation fordern zudem, technische Möglichkeiten wie Infrastruktur-Sharing stärker zu nutzen, um Kunden aller Netzbetreiber besser versorgen zu können. Ob ein Kunde heute mobil erreichbar ist, hängt selbst an Autobahnen und Bahnstrecken noch zu häufig davon ab, bei welchem der drei Netzbetreiber dieser Kunde eingebucht ist. Erfreulich ist zudem die Absicht, die Genehmigungsverfahren für Mobilfunkstandorte zu vereinfachen. Wichtig ist nun, gemeinsam mit den Ländern den Vollzug des Bauplanungsrechts sicherzustellen sowie die Länder darin zu bestärken, das Bauordnungsrecht im Sinne einer Beschleunigung der Genehmigungsverfahren anzuwenden. Dazu gehört auch das Bekenntnis zu einer weitestgehend einheitlichen Entscheidungspraxis, damit Planungsprozesse berechenbarer werden.

Die Bundesregierung hat außerdem Eckpunkte für eine Datenstrategie beschlossen. Ziel ist es, die Bereitstellung und verantwortungsvolle Nutzung von Daten in Deutschland signifikant zu steigern. Zugleich soll der Datenmissbrauch verhindert werden. Zu diesem Zweck werden vier Handlungsfelder betrachtet, die eine solche Datenstrategie verfolgen soll: Datenbereitstellung und Datenzugang sollen verbessert werden, eine Datennutzung soll verantwortungsvoll erfolgen, Datenkompetenz in der Gesellschaft soll erhöht werden und der Staat will Vorreiter einer Datenkultur sein.

Die Relevanz von Daten für eine bessere Vernetzung und intelligente Nutzung von Transport- und Logistiksystemen, das Gesundheitswesen oder Dienstleistungen des Staates für die Bürger ist unbestritten. Bei der Ausgestaltung der Datenstrategie kommt es nach Meinung der IfKom nunmehr darauf an, die Vorteile sinnvoll zu nutzen und zugleich die Akzeptanz sicherzustellen. Dabei sind größtmögliche Transparenz, Datenschutz und IT-Sicherheit unerlässlich. Die IfKom begrüßen in diesem Zusammenhang die europäische Datencloud “Gaia X”. Die wesentlichen Standorte dieses Projektes sollten in Deutschland liegen, um den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken. Die IfKom fordern außerdem, die geplante Beteiligung an der Erarbeitung der Datenstrategie möglichst weit zu öffnen, um eine spätere Akzeptanz zu erhöhen. Zudem müssen Datenschutz und Datensicherheit in jeder Phase der Entwicklung berücksichtigt werden.

Die beschlossenen Wege der Digitalklausur sollten aus Sicht der IfKom nunmehr zügig beschritten werden. Ein ausreichend verfügbares breitbandiges Fest- und Mobilfunknetz, eine sichere Datennutzung, die Zukunftsentwicklungen fördert, aber auch die Digitalisierung von Dienstleistungen des Staates für Bürger und Unternehmen, wie beispielsweise die beschlossene Digitalisierung von Familienleistungen, sind unerlässliche Bausteine für eine prosperierende Wirtschaft, vor allem aber für die Gestaltung der eigenen Lebens- und Arbeitswelt der Bevölkerung.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

IfKom – Ingenieure für Kommunikation e.V.
Herr Heinz Leymann
Castroper Str. 157
44357 Dortmund
Deutschland

fon ..: 0231 93699329
web ..: http://www.ifkom.de
email : info@ifkom.de

Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) sind der Berufsverband von technischen Fach- und Führungskräften in der Kommunikationswirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder – Ingenieure und Ingenieurstudenten sowie fördernde Mitglieder – gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Der Verband ist offen für Studenten und Absolventen von Studiengängen an Hochschulen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnik sowie für fördernde Mitglieder. Der Netzwerkgedanke ist ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Gerade ITK-Ingenieure tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft, denn sie bestimmen die Branche, die die größten Veränderungsprozesse nach sich zieht. Die IfKom sind Mitglied im Dachverband ZBI – Zentralverband der Ingenieurvereine e. V. Mit über 50.000 Mitgliedern zählt der ZBI zu den größten Ingenieurverbänden in Deutschland.

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IfKom begrüßen Mobilfunkstrategie der Bundesregierung

IfKom e. V. begrüßt den vom BMVI vorgelegten 5-Punkte-Plan sowie die darauf aufbauende Mobilfunkstrategie für Deutschland.

Der Verband der Ingenieure für Kommunikation (IfKom e. V.) begrüßt den vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vorgelegten 5-Punkte-Plan sowie die darauf aufbauende Mobilfunkstrategie für Deutschland. Aus Sicht des Ingenieurverbandes muss es neben dem Aufbau des 5G-Netzes richtigerweise auch um die Netzabdeckung im 4G-Netz (LTE) gehen, das derzeit sowohl im ländlichen Raum aber auch in städtischen Bereichen zu viele Funklöcher aufweist. Zwar sind heute 90 Prozent der Fläche mit 4G abgedeckt, jedoch nicht an jeder Stelle von jedem Netzbetreiber. Ein Vertrag zwischen dem BMVI und den Netzbetreibern sieht vor, bis Ende 2021 in jedem Bundesland 99 Prozent der Haushalte mit LTE zu versorgen. Weitere Maßnahmen der Mobilfunkstrategie sind Fördermodelle oder Weiße-Flecken-Auktionen. Die Mobilfunkstrategie befindet sich derzeit in der Ressortabstimmung zwischen den Bundesministerien und soll in Kürze verabschiedet werden.

Aus Sicht der IfKom sind alle geeigneten Maßnahmen einzusetzen, die zu einer Flächendeckung im 4G-Netz führen, zumal die Infrastruktur des 4G-Netzes die Grundlage für den Roll-out des neuen Mobilfunk-Standards 5G bildet.

Um den Mobilfunkausbau im 5G-Netz voranzubringen, sind aus technischen Gründen mehr Mobilfunkstandorte als derzeit vorhanden aufzubauen. Der neue Mobilfunkstandard verwendet höhere Frequenzbänder, deren Reichweite geringer ist als bei den herkömmlichen Frequenzen. Die gesundheitlichen Gefahren sollen nach jetzigen Erkenntnissen nicht ansteigen, denn die 5G-Technik verwendet niedrigere Sendeleistungen, Beamforming und Network-Slicing, um zielgerichtet Funkkontakt zwischen dem Sendemast und dem Endgerät herzustellen. Beamforming wird durch aktive Antennensysteme erreicht, mit deren Hilfe nur eine schmale Abstrahlkeule zwischen Sender und Empfänger entsteht, Network Slicing schafft quasi getrennte virtuelle Netze für spezifische Anforderungen, denn nicht alle Nutzer benötigen z. B. niedrige Latenzzeiten.

Um den weiteren Ausbau des Mobilfunks zu beschleunigen, müssen nach Meinung der IfKom die Genehmigungsverfahren vereinfacht werden. Dies gilt sowohl für Mobilfunkstandorte als auch für die Anbindung dieser Stationen mit Glasfaserleitungen. Die geplante Nutzung von Grundstücken des Bundes und der Deutschen Bahn können hilfreich sein. Dennoch werden diese Maßnahmen für eine Flächendeckung nicht ausreichen. Die IfKom sprechen sich dafür aus, die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und für die Glasfaseranbindungen auch alternative Verlegemethoden wie Trenching oder oberirdische Linien zuzulassen.

Außerdem sollten die Netzbetreiber noch stärker auf Infrastruktur-Sharing setzen. Im Unterschied zum Roaming, bei dem beim Netzbetreiber-Wechsel eine neue IP-Adresse vergeben werden muss, kann beim Infrastruktur-Sharing die Verbindung stets zum eigenen Netzbetreiber aufgebaut werden. Durch Co-Network-Sharing senden beispielsweise die Basisstationen die Kennungen aller Netzbetreiber aus. Die Mobilfunkbetreiber teilen oder poolen das gesamte dort anliegende Frequenz-Spektrum. Die Verbindung wird dann durchgängig zum Kernnetz des eigenen Netzbetreiber aufgebaut und gehalten. Aus Kundensicht ist diese technische Lösung vorteilhaft, da sie unterbrechungsfrei und ohne Wechsel der IP-Adresse möglich ist. Auch für die Mobilfunk-Betreiber entstehen Vorteile, da der Abstimmungsaufwand untereinander deutlich geringer ist als beim Roaming.

Neben der Umsetzung der Mobilfunkstrategie der Bundesregierung halten die IfKom im Hinblick auf eine schnelle, flächendeckende Bereitstellung eines hochleistungsfähigen Netzes Kooperationen zwischen den Netzbetreibern bzw. Frequenzinhabern für dringend erforderlich und zielführend. Ebenso müssen die Länder und Kommunen den Netzausbau unterstützen.

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IfKom: Parlamentskreis Mittelstand der CDU Landtagsfraktion NRW – Ausbau eines 5G-Mobilfunknetzes

IfKom im Gespräch mit dem Parlamentskreis Mittelstand der CDU Landtagsfraktion NRW zum Ausbau eines 5G-Mobilfunknetzes.

BildIfKom waren kürzlich neben weiteren kompetenten Gesprächspartnern als Experten beim Parlamentskreis Mittelstand der CDU Landtagsfraktion NRW zu den inzwischen erfolgten Frequenzversteigerungen für 5G-Lizenzen eingeladen.

Industrie 4.0 und damit das Internet der Dinge sind eine wichtige Herausforderung für den Wirtschaftsstandort Deutschland und vor allem für Nordrhein-Westfalen. Im Bereich der Mobilfunkkommunikation über den neuen 5G Standard sind beispielsweise für industrielle oder medizinische Anwendungen geringe Latenzzeiten und ein möglichst flächendeckendes Netz erforderlich. Diese zeitkritischen neuen hochinnovativen Anwendungen können im Bereich der Mobilfunkkommunikation erst durch die Realisierung der geringen Latenzzeiten zum Einsatz kommen und damit erst dann die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes NRW auf diesen Gebieten fördern. Das 5G-Netz wird viel engmaschiger als im bisherigen 3G und 4G sein und benötigt daher ein breites Netz an neu zu errichtenden Basisstationen je nach Frequenzbereich in unterschiedlichen Abständen. Bei der hohen Anzahl von Mobilfunkmasten kommt nach der Auffassung des Parlamentskreises Mittelstand der CDU Landtagsfraktion NRW eine riesige Aufgabe auf die Kommunen zu.

Die Frequenzen in den 2 GHz und 3,4 bis 3,7 GHz Bändern für Telekommunikationsunternehmen ist kürzlich versteigert worden. Die Reichweite im 3,4 bis 3,7 GHz Band liegt bei etwa 1 km. Daher sollten aus der Sicht der IfKom zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung auch die niedrigeren Frequenzen < 1 GHz unter Inkaufnahme geringerer Bitraten für 5G genutzt werden. Die zusätzlich benötigten Standorte erfordern eine hohe Anzahl an Einzelgenehmigungen sowie eine kostenintensive Versorgung der Funkstationen mit Glasfaser-Leitungen und Strom. Zur Vermeidung von Verzögerungen beim 5G-Netzausbau ist eine Vereinfachung der Genehmigungsverfahren für die Funkstationen zwingend erforderlich. Dies gilt in gleicher Weise für eine konsequente Förderung von Backhauling oder Infrastruktur-Sharing zur effizienten Installation und Nutzung der Strom- und Glasfaserleitungen. Beim 5G-Mobilfunknetz unterstützen die IfKom e. V. das Infrastruktur-Sharing. Im Gegensatz zum Roaming benötigt diese Form der Kooperation unter den Netzbetreibern keinen Wechsel auf der logischen Ebene in das Netz des jeweiligen anderen Netzbetreibers. Bei diesen dynamischen Vorgängen ändern sich beim Übergang in das jeweils andere Netz die IP Adressen. Durch diese An- und Abmeldevorgänge werden zusätzliche Latenzzeiten erzeugt. Diese Nachteile können bei reinen Sprachverbindungen hingenommen werden, nicht jedoch bei zeit- und sicherheitskritischen Anwendungen. Außerdem hat das softwaregesteuerte “Netzhopping” mögliche Nachteile für die Systemstabilität des Gesamtnetzes.

Für einen zeitnahen Ausbau eines 5G-Mobilfunknetzes sind zudem Kooperationen zwischen den Netzbetreibern bzw. Frequenzinhabern dringend erforderlich und zielführend. Aus der Sicht der IfKom müssten die Erlöse aus der 5G-Versteigerung komplett in das Sondervermögen Digitale Infrastruktur fließen und für den Ausbau der Mobilfunk- und Glasfasernetze verwendet werden.

Der 5G-Mobilfunkausbau muss in einem deutlich kürzeren Zeithorizont erfolgen, damit Deutschland wieder das beste Kommunikationsnetz der Welt hat. Umso wichtiger ist es, Diskussionen vor Ort, Bedenken und möglicherweise auch Protest und Widerstand dieser wichtigen Infrastrukturleistung entgegen zu wirken. Daher sind im Vorfeld Aufklärung und Information zu betreiben sowie der Kontakt zur Bevölkerung zu suchen. Hinsichtlich des Hinweises auf die Wichtigkeit des 5G Mobilfunknetzes sind nicht nur Politik, Wirtschaft und Kommunen gefragt, sondern auch die Mitwirkung der Verbände. Die IfKom werden hierzu ihren Beitrag leisten.

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