Die Legenden der Insolvenz

Resolvent informiert über die häufigsten Irrtümer der Insolvenz. Auc Sie werden erkennen, dass auch Sie schon einigen Mythen erlegen sind.

Bild1.Legende Die Insolvenz ist das Ende des Unternehmens!

Viele Selbstständige denken, dass eine Insolvenz gleichzusetzen ist mit dem Ende ihres Unternehmens. Doch das ist falsch. Die Intention der Insolvenzordnung ist die Wiederbelebung und nicht die Beerdigung der Firma.
Dieser Denkfehler liegt wohl im alten, gänzlich anders strukturiertem Konkursrecht, das im vergangenen Jahrhundert Zusammenbrüche von Unternehmen in Deutschland regelte, begründet.

Bei heutigen Insolvenzverfahren sind insbesondere realistische und zweckmäßige Rettungsmöglichkeiten das Hauptziel des ganzen Prozesses.

Ein deutsches Sprichwort lautet: “Früher Vogel fängt den Wurm”. Will heißen: Je früher Selbständige die Insolvenz als Werkzeug zur Sanierung ihres Unternehmens erkennen, desto wahrscheinlicher ist das Weiterbestehen des Unternehmens.

2. Legende Bei Verheirateten haftet der Partner für alle Schulden!

Bei Verheirateten haftet der Partner mit. Dieses verkehrte Denken hält sich beharrlich in den Köpfen vieler Selbstständiger.
Doch die Rechtslage sagt ausdrücklich: Niemand haftet für die Schulden eines anderen! Das gilt auch für verheiratete Ehepartner!
Jedoch ist im Einzelfall zu prüfen, ob durch Bürgschaften etc. nicht doch Haftungsansprüche entstanden sind!

Oftmals übernehmen ja Ehepartner Bürgschaften für Bankkredite. Aber auch hier muss differenziert die jeweilige Sachlage betrachtet werden. Denn immer wieder kommt es vor, dass Bürgschaften in sittenwidriger Weise “erzwungen” wurden. Diese Haftungsansprüche können dann ggf. nach aktueller Rechtsprechung nicht mehr durchgesetzt werden.

3. Legende Die Dauer einer Insolvenz beträgt sechs Jahre!

Eine Insolvenz dauert 6 Jahre. So denken zwar viele, trotzdem ist es falsch. Die Verfahrensdauer einer Insolvenz beträgt ca. 6 bis 18 Monate. In extrem umfangreichen Prozessen durchaus auch länger. 6 Jahre dauert, zur Zeit noch, die sogenannte Wohlverhaltensphase, die mit Insolvenzeröffnung beginnt.

Diese Zeit schließt sich bei natürlichen Personen an die eigentliche Insolvenz an, wenn eine Restschuldenbefreiung beantragt wurde.

Die “Fesseln” der tatsächlichen Insolvenz sind mit den Einschränkungen der Wohlverhaltensphase jedoch nicht vergleichbar.

Denn in der Wohlverhaltensphase kann man wieder frei über sein Vermögen verfügen. In der eigentlichen Insolvenz verliert man jedoch die Verfügungs- und Verwaltungsbefugnis über sein Vermögen. Dieses liegt in dieser Phase beim Insolvenzverwalter. Diesen gibt es nach Aufhebung der Insolvenz nicht mehr.

4. Legende Gewerbeabmeldung ist die Voraussetzung für Privatinsolvenz!

Bevor Sie nicht Ihre spezielle Lage mit einem Berater besprochen haben, sollten sie niemals das Gewerbe abmelden.

Sie sollten auch dann standhaft bleiben, wenn Ihnen die Finanzbehörden eine Gewerbeuntersagung androhen.
Ob es sich nun um juristische Personen (GmbH etc.) oder um natürliche Personen (Einzelkaufleute) handelt. Ein Insolvenzverfahren gilt für Gewerbetreibende gleichermaßen.

Jedoch werden ehemals selbstständige Unternehmer nach der Zahl ihrer Gläubiger aufgeteilt.Das Regelinsolvenzverfahren gilt dann in der Regel ab 20 Gläubigern oder sofern man Verbindlichkeiten aus Lohnverhältnissen hat. Bei weniger als 20 Gläubigern kommt man normalerweise in die Verbraucherinsolvenz, das sogenannte vereinfachte Verfahren.Diese Verfahrensart kann aber erhebliche Nachteile für den Schuldner haben. Eine detaillierte Betrachtung des Einzelfalls ist darum sinnvoll.

5. Legende Sind die Verfahrenskosten nicht gedeckt, ist keine Insolvenz möglich!

“Mangels Masse abgelehnt”. So kann man immer wieder in Veröffentlichungen lesen.

Schlicht und ergreifend Unwissen führt oft bei natürlichen Personen zu solchen ernüchternden Ergebnissen.
Mit etwas präziserem Wissen hätte man in Verbindung mit dem Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung auch die Stundung der Verfahrenskosten beantragen können. Und damit ist eine Durchführung des Verfahrens in jedem Fall gesichert.

6. Legende Ohne Gläubigerzustimmung ist keine Restschuldbefreiung möglich!

Es kursiert das Gerücht, die Gläubiger müssten einer Restschuldbefreiung des Schuldners zustimmen.
Von Gesetzeswegen wird die Restschuldbefreiung angekündigt und nach sechs Jahren gewährt. Voraussetzung ist, dass der Schuldner seinen Obliegenheiten im Verfahren ordnungsgemäß nachkommt.Nur bei Pflichtverletzungen haben Gläubiger die Möglichkeit dieses vor Gericht anzumelden.
Die Beweispflicht diese eventuellen Obliegenheitsverstöße liegt dann beim entsprechenden Gläubiger. Einzige Ausnahme: Verbindlichkeiten aus vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlungen sind von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen.

7. Legende Keine Befreiung von Steuerschulden möglich!

Keine Restschuldbefreiung für Steuerschulden. So denken viele. Doch das ist falsch.
Die Landesfinanzbehörden sind unter den Gläubigern – Gleiche unter Gleichen.

Dies wird durch §1 der Insolvenzordnung geregelt. Dort wird u.a. beschrieben, dass ein Ziel der Insolvenz die gleichmäßige Befriedigung aller Gläubiger ist. Den Landesfinanzbehörden kommt also keine Sonderstellung zu.

8. Legende Insolvente dürfen sechs Jahre lang keine neuen Schulden machen!

Unwahr ist, dass Insolvente sechs Jahre lang keine neuen Schulden machen dürfen. Viel denken, dass dies so eine Art “moralische Bewährungszeit” sei.

Im Sinne des Insolvenzrechts ist ein solcher Gedanken irrelevant. Denn mit Datum und Uhrzeit wird die Insolvenzverfahrenseröffnung festgehalten und veröffentlicht.

Insolvenzschulden sind nur alle bis dahin -minutengenau- angefallenen Schulden.
Alle Schulden die danach eingehen sind sogenannte Neuschulden, die grundsätzlich mit dem dann laufenden Insolvenzverfahren nichts zu tun haben.

Rein theoretisch ist es Ihnen möglich neue Schulden zu machen. Sie sollten jedoch bedenken, dass die Bonität durch die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens massiv leidet. Ein erneuter Kredit wird dadurch vielfach fast unmöglich.
Diese mühevolle Lebensphase kann von Ihnen vielleicht eine gute Gelegenheit sein, den bisherigen Umgang mit Geld einmal ganz grundsätzlich zu überdenken.

Denn ein Leben ohne Schulden “im Nacken” kann durchaus eine befreiende und vitalisierende Wirkung haben.

9. Legende
Eine Selbstständigkeit lohnt sich nicht!

Als Sie sich damals selbstständig gemacht haben wollten Sie richtig viel Geld verdienen. Dafür waren sie bereit sich richtig ins Zeug zu legen. Ganz nach dem Motto: Viel Arbeit – Viel Verdienst! Durch ein Insolvenzverfahren ist diese Motivation verloren gegangen. Zum einen scheint die persönliche Entscheidungsfreiheit und zum anderen ein adäquates Entgelt für die Dauer von sechs Jahren verloren zu gehen.
Dieser oberflächliche Blick trügt.

§35 Abs.2 und § 295 Abs.2 der Insolvenzordnung legen fest,dass der selbstständige Schuldner während Insolvenz und Wohlverhaltensphase seine Gläubiger durch Zahlungen an den Treuhänder so zu stellen hat, als wenn er einer angemessenen abhängigen Beschäftigung nachginge. Dadurch wird sichergestellt, dass weder Schuldner noch Gläubiger bevorteilt oder benachteiligt werden, egal ob der Schuldner angestellt oder selbstständig tätig ist.

Fazit: Der Insolvente zahlt nur so viel, wie er zahlen würde wenn er in einem adäquaten Angestelltenverhältnis wäre. Für die Höhe seiner Abzahlungen ist das tatsächliche Einkommen eines selbstständigen Schuldners ohne jede Bedeutung.

Das Risiko: Entscheidet sich der Insolvente wieder für eine Selbstständigkeit, so muss er den Vergleichsmaßstab zu einem Angestelltengehalt zahlen! Auch dann, wenn die Selbstständigkeit nur wenig oder nichts einbringt.

Weitere Legenden

Es kursieren viele weitere Legenden, Gerüchte und falsche Vorstellungen über eine Insolvenz. Hinzu kommt, dass Insolvenz in der deutschen Gesellschaft ein Tabuthema ist. Jede drohende Insolvenz wirft individuelle und auch persönliche Fragen auf.
Welche Tücken des Insolvenzrechts erwarten mich? Mit welchen den Schwierigkeiten im Umgang mit den Behörden habe ich zu rechnen? Welche Schickanen erwarten mich von Seiten der Gläubiger? Was reden die Nachbarn über mich?

All diese Fragen bereiten Ihnen Kopfzerbrechen und lähmen Sie. Ihr Bankkonto rutscht immer weiter in die roten Zahlen und es beschleicht Sie das mulmige Gefühl, dass Ihr Schiff zu sinken droht?

Wir möchten Ihnen Mut machen: Eine Insolvenz muss nicht zwingendermaßen das Ende bedeuten. Es kann auch eine große Chance sein, wenn man ehrlich und offen mit der Situation umgeht. Das unternehmerische Scheitern kann der Schlüssel zu einem erfolgreichen Neustart sein. Geben Sie niemals auf. Werden sie aktiv und nutzen Sie kompetenten Rat. Lösen Sie gemeinsam mit fundierten Beratern aktiv Ihre Probleme!

Wir wollen Ihnen helfen die Krise zu überwinden. Denn durch ihren sanierenden Charakter kann die Insolvenz für Ihr Unternehmen durchaus die wirtschaftliche Wende bedeuten. Unser Ziel ist es, dass sie wieder auf die Beine kommen.

Über:

Bonsilium UG
Herr Thorsten Falk
Königsallee 61
40215 Düsseldorf
Deutschland

fon ..: 021163551928
web ..: http://www.resolvent.de
email : info@resolvent.de

Resolvent bietet fachgerechte und vertrauensvolle Insolvenz- und Sanierungsberatung. Die beste Strategie ist zum Scheitern verurteilt, wenn sie nicht konsequent umgesetzt wird. Konzepte müssen pragmatisch und effizient entwickelt werden, damit sie sich in Lösungen umsetzen lassen. RESOLVENT begleitet Sie bei der Umsetzung der ausgearbeiteten Konzepte, bis zum Erreichen des gewünschten Erfolgs.

,,Sie können diese Pressemitteilung – auch in geänderter oder gekürzter Form – mit Quelllink auf unsere Homepage auf Ihrer Webseite kostenlos verwenden.”

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Änderungen der Insolvenzordnung zum 01.07.2014

Resolvent informiert über die wichtigsten Änderungen der Insolvenzordnung zum 01.07.2014.

1. Restschuldbefreiung schon nach drei Jahren

Über diese Neuregelung wurde lange gerungen und letztendlich haben sich die Gläubigervertreter durchgesetzt. Nur die wenigsten Schuldner werden in den Genuss kommen, eine verkürzte Restschuldbefreiungszeit zu erhalten.

Wer nach drei Jahren die Restschuldbfreiung erhalten möchte, muss vor Ablauf von 36 Monaten mindestens 35% der zum Verfahren angemeldeten Verbindlichkeiten bezahlt haben. Wer nun aber einfach rechnet – von 10.000,00EUR muss ich nur 3.500,00 EUR zahlen – hat die Rechnung ohne den Gesetzgeber (und der mächtige Insolvenzverwalterlobby gemacht). Denn zuforderst gibt´s einen Gewinner der Regelung, nämlich den Insolvenzverwalter. Es gilt wie bei allen Zahlungen im Rahmen des Insolvenzverfahrens, zuerst kassiert der Verwalter und das Gericht. Daher muss man diese Kosten vorab mit einrechnen, so dass die vorzeitige RSB wohl erst ab einer Zahlung von 7-7.500,00 EUR zu erhalten ist, also 70-75% der ursprünglichen Forderungen.

Fazit: Diese Neuregelung ist das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wurde.

2. Restschuldbefreiung schon nach fünf Jahren

Wer die Kosten des Verfahrens vor Ablauf von 60 Monaten bezahlt bekommt, erhält die Restschuldbefreiung ein Jahr früher. Diese Regelung mach Sinn, denn in vielen Verfahren ist es dem Schuldner möglich einige Euro mehr zu zahlen, als Sie laut Pfändungstabelle müssten.

Fazit: Ein Vorteil für viele Insolvente.

3. Insolvenzplan nun auch für Verbraucherinsolvenzen

Kamen bisher Insolvenpläne nur bei Regelinsolvenzen in Frage, so können nun auch Verbraucher einen solchen anstreben. Kurz ausgedrückt ist ein Insolvenzplan ein Vergleich mit den Gläubigern innerhalb der Insolvenz. Angesichts der bisher schon recht dürftig gestellten Insolvenpläne in Regelinsolvenzverfahren, bleibt es doch sehr fraglich, ob ein solcher in Verbraucherverfahren eher angenommen wird. Dennoch ist es ein interessantes weiteres Mittel, um eine vorzeitige Restschuldbefreiung zu erlangen. Übrigens, einen Insolvenzplan kann ab dem 01.07.2014 auch der Verbraucher anbieten, der vor dem 01.07. einen Antrag auf Insolvenz stellte.

Fazit: Es bleibt abzuwarten, wie der Insolvenzplan tatsächlich genutzt wird.

4. Unterhaltsschulden und Steuerschulden unterliegen unter gewissen Umständen nicht mehr der Restschuldbefreiung

Zukünftig unterliegen Unterhaltsschulden, die der Schuldner pflichtwidrig nicht gezahlt hat, nicht mehr der Restschuldbefreiung. Diese Regelung wird dazu führen, dass zukünftig alle Unterhaltsschulden mit dem Vermerk “der unerlaubten Handlung” angemeldet werden. Es obliegt dann dem Schuldner zu belegen, dass die Pflichtwidrigkeit nicht gegeben war.

Auch Steuerschulden unterliegen zukünftig nicht mehr der Restschuldbefreiung, sofern der Schuldner wegen einer Steuerstraftat nach den §§ 370, 373 oder 374 AO verurteilt wurde. Wer also Steuerverbindlichkeiten hat, sollte tunlichst vor dem 01.07.2014 seinen Antrag bei Gericht einreichen, es sei denn man kann sich tatsächlich sicher sein, dass eine Steuerstraftat nicht vorliegt.

Fazit: Wer Unterhaltsschulden und/oder Steuerverbindlichkeiten hat, sollte schnellstens prüfen, ob es nicht besser ist, noch vor dem 01.07. einen Insolvenzantrag zu stellen, um sicherzugehen, dass auch für diese Verbindlichkeiten die Restschuldbefreiung erteilt wird.

5. Der Lohnabtretungsvorrang entfällt

Bisher wurde eine Lohnabtretung, die vor Insolvenz bestand, im Insolvenzverfahren vorrangig bedient. Dieser Vorteil für den betreffenden Gläubiger fällt nunmehr weg. Das wird zum einem zu einer noch verschärfteren Prüfung bei der Kreditvergabe führen, hat aber auch den Vorteil für Schuldner, dass diese Lohnabtretung nicht mehr dazu führt, dass der bevorzugte Gläubiger automatisch einen (außer-) gerichtlichen Vergleich ablehnt und/oder eine Zustimmungsersetzung des Gerichts nun nicht mehr an einer solchen Lohnabtretung (Stichwort: Schlechterstellung im Insolvenzverfahren) scheitern kann.

Fazit: Für Verbraucher eine klare Verbesserung.

6.Änderung bei der Versagung der Restschuldbefreiung

Zukünftig können Gläubiger jederzeit schriftlich einen Antrag auf Versagung der Insolvenz gem. §290 InsO stellen (bisher nur im Schlusstermin). Versagungsgründen nach §290 InsO können nunmehr auch nach Abhaltung des Schlusstermins in der so genannten Wohlverhaltensphase gestellt werden.

Auf der anderen Seite gelten nunmehr die Versagungsgründe nach §295 InsO auch schon während des Insolvenzverfahrens (bisher erst in der so genannten Wohlverhaltensphase).

Fazit: Erhebliche Einschränkungen für Insolvente.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass es unter Umständen wichtig sein kann, noch vor dem 01.07.2014 einen Insolvenzantrag zu stellen. Dabei ist zu beachten, dass die Erstellung eines fachgerechten Antrags einige Zeit in Anspruch nimmt und man sich daher frühzeitig um eine qualifizierte Beratung bemühen sollte.

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