Große Chancen für Neustart nach Insolvenz: Studie bestätigt Erfolgsmodell der Eigenverwaltung

Infolge von ESUG wurde nach Meinung der Experten die Eigenverwaltung gestärkt: Der Geschäftsführer bleibt selbst an Bord. Ein erfolgreicher, nachhaltiger Neustart gelingt nur mit einem Sanierungsteam.

Bild(Dresden, 27. Juni 2018) “Vor der Novellierung des Insolvenzrechts wurden häufig auch überlebensfähige Betriebe zerschlagen”, erzählt Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner im Beratungsverbund ABG-Partner. Das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) vom März 2012 sollte an der Stelle Abhilfe schaffen und es einem Unternehmen mit “gesundem Kern” ermöglichen, sich innerhalb weniger Monate von Grund auf zu sanieren, neu aufzustellen und die Weichen für einen erfolgreichen Turnaround zu stellen. Eines der zentralen Ziele hierbei war das Stärken der sogenannten Eigenverwaltung, welches von einem Großteil der Experten als erreicht betrachtet wird. So lautet das Ergebnis der aktuellen Roland-Berger-Studie, die seit Einführung von ESUG regelmäßig das Meinungsbild von Experten und Entscheidern wiedergibt. “Damit kann man diese Form des Verfahrens als eine der erfolgreichsten Novellen des Insolvenzrechts betrachten”, fasst Leopold zusammen. In Zusammenarbeit mit der Heidelberger gemeinnützigen Gesellschaft für Unternehmensrestrukturierung mbH werden im Rahmen der Studie 2.300 Manager sowie Sanierungs- und Insolvenzexperten befragt.

Kein Insolvenzverwalter: Unternehmer bleibt selbst an Bord

Im Rahmen eines Verfahrens in Eigenverwaltung wird das Unternehmen nicht von einem Insolvenzverwalter übernommen. Stattdessen erhält der Unternehmer vom Gericht die Befugnis, den Betrieb selbst fortzuführen. Dies zählt zu den großen Vorteilen der Eigenverwaltung, da der Geschäftsführer damit weiterhin Ansprechpartner für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter bleibt und sein unternehmerisches Know-how einbringt. Ihm zur Seite steht der Sachwalter, der eine Aufsichtsfunktion hat und fortlaufend die wirtschaftliche Lage sowie die Liquiditätsplanung kontrolliert – unter Wahrung der Interessen und Rechte von den Gläubigern. Seine Arbeit bildet somit den Rahmen der Sanierung. Aufgrund der Komplexität und vielseitigen Anforderungen eines Insolvenzverfahrens werden diese meist in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Sanierungsteam umgesetzt. Dazu gehören in der Regel Unternehmensberater, Steuerexperten, Rechtsanwälte und oft auch Kommunikationsberater, die das Verfahren durch eine stringente interne und externe PR-Arbeit unterstützen.
Auch laut Roland-Berger-Studie zählt die professionelle Unterstützung zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren, da die Geschäftsführer der krisenbehafteten Unternehmen meist nicht über die notwendige Erfahrung oder das Fachwissen verfügen.

Antragstellung: Fristen einhalten und formale Anforderungen erfüllen

Das fristgerechte und richtige Stellen des Insolvenzantrags gehört für 69 Prozent der Befragten zu den schwierigsten Aspekten – beginnend bei der Frist. Spätestens drei Wochen nach Eintreten eines Insolvenzgrundes muss der Antrag beim zuständigen Gericht vorliegen. Dazu zählen entweder die tatsächliche Zahlungsunfähigkeit, eine drohende Zahlungsunfähigkeit oder auch die Überschuldung des Unternehmens. Lässt der Geschäftsführer die Frist verstreichen, macht er sich der Insolvenzverschleppung schuldig und im schlimmsten Fall gegenüber den Gläubigern schadensersatzpflichtig. Der Antrag selbst sollte gründlich vorbereitet werden: Fehlende, fehlerhafte oder unzureichende Unterlagen gehören auch heute noch zu den häufigsten Gründen, weshalb ein Antrag auf Eigenverwaltung abgelehnt wird.

Das Herzstück des Verfahrens: Der Insolvenzplan

Als Grundlage der Sanierung wird meist parallel ein Insolvenzplan erstellt. Aufgrund der insolvenzrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Komplexität wird dieser gemeinsam mit externen Beratern erarbeitet. Er besteht aus einem “darstellenden Teil”, in dem alle relevanten Unternehmensunterlagen aufgearbeitet und analysiert werden. Der anschließende “gestaltende Teil” enthält eine Erfolgsprognose zur Sanierungsfähigkeit und weist nach, dass mit Hilfe der angedachten Restrukturierungsmaßnahmen ein dauerhafter Neustart gelingen kann. Der Insolvenzplan steht und fällt mit der Akzeptanz von Seiten der Gläubiger: Diese verzichten zunächst auf einen Teil ihrer Forderungen mit der Erwartungshaltung, dass die Wettbewerbs- und Zahlungsfähigkeit des Betriebes mit Hilfe der Maßnahmen wiederherstellt wird. Stehen die Gläubiger hinter dem Plan und Unternehmen, ist das eine gute Voraussetzung für die offizielle Bestätigung durch das Gericht und die Aufhebung des Insolvenzverfahrens.

ABG-Partner: Insolvenzspezifische, ganzheitliche Expertise

“Wir haben in der Vergangenheit im ABG-Verbund zahlreiche Insolvenzverfahren erfolgreich begleitet”, informiert Simon Leopold. “Die Mandanten profitieren dabei von unserem fachübergreifenden Ansatz und Netzwerk aus insolvenzerfahrenen Unternehmens- und Steuerberatern, Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Kommunikationsexperten.” Diese begleiten das jeweilige Unternehmen nicht nur im Laufe des Verfahrens sondern oft auch darüber hinaus. Ein Sanierungsprozess ist nicht automatisch mit der offiziellen Aufhebung des Insolvenzverfahrens durch das Gericht beendet. Denn danach müssen die im Insolvenzplan angedachten und von den Gläubigern bestätigten Maßnahmen weiter umgesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise eine Umstrukturierung von internen Abläufen, die Neukalkulation von Verkaufspreisen oder der Ausbau von Vertriebswegen. “Nur so können wir Unternehmen den erfolgreichen und nachhaltigen Neustart ermöglichen. Das gelingt natürlich nur unter der Voraussetzung, dass die Geschäftsführung rechtzeitig auf Krisenanzeichen reagiert und willens ist, ihr Unternehmen wieder auf `Kurs` zu bringen”, so Unternehmensberater Leopold.

Über:

ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG
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Über den Beratungsverbund ABG-Partner:

ABG-Partner ist ein Beratungsverbund mit eigenständigen Gesellschaften der Steuer- und Unternehmensberatung, Marketing, Recht und Wirtschaftsprüfung. Gegründet 1991, betreut ABG-Partner mit rund 100 Mitarbeitern an den Standorten München, Bayreuth, Dresden sowie Böblingen Unternehmen und Institutionen in allen steuerlichen und wirtschaftlichen Themen. Wir unterstützen unsere Mandanten fachübergreifend bei Gründungen, in Wachstumsprozessen, bei Unternehmensnachfolgen sowie bei Sanierungen.

Pressekontakt:

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Frau Ilka Stiegler
Wiener Straße 98
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email : stiegler@abg-partner.de

Fachkongress zum Thema Krise, Sanierung und Turnaround – das 1. Bodenseeforum in Konstanz

Die Allensbach Hochschule, das Deutsche Institut für angewandtes Insolvenzrecht e.V. (DIAI) und Bund Deutscher Rechtspfleger (BDR) Landesverband Baden-Württemberg veranstalten das 1. Bodenseeforum.

BildDie Allensbach Hochschule Konstanz, das Deutsche Institut für angewandtes Insolvenzrecht e.V. (DIAI) und Bund Deutscher Rechtspfleger (BDR) Landesverband Baden-Württemberg veranstalten am 6. Juli 2017 das 1. Bodenseeforum unter dem “Erfolgreich Scheitern oder: Die Krise als Chance!” im historischen Konzil in Konstanz.

Die Veranstaltung richtet sich an Insolvenzverwalter, Unternehmer, Praktiker aus der Justiz, Vertreter von Behörden und Berater, die sich über neue Entwicklungen und Trends rund um Themen wie Restrukturierung, Sanierung und Insolvenzverwaltung informieren möchten und den Austausch mit Fachkollegen suchen.

Neue Optionen zur Bewältigung von Krisen und zur Umgestaltung von Geschäftsmodellen ergeben sich für Unternehmer und für Berater zum Beispiel mit dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen außergerichtlichen Sanierungsverfahren, welches auch Insolvenzgerichte vor neue Herausforderungen stellt. Über dieses und viele weitere Themen informieren und diskutieren erfahrene Berater, Vertreter von Ministerien und der Justiz sowie Unternehmer – auch anhand ausgewählter Praxisbeispiele.

Die Allensbach Hochschule verfügt über ein Competence Center “Krisenprävention und Turnaroundmanagement”, welches von Professor Dr. jur. Hans Haarmeyer geleitet wird, einem der führenden deutschen Insolvenzrechtler. Unter seiner Mitwirkung und der des Bunds Deutscher Rechtspfleger (BDR) Landesverband Baden-Württemberg soll die Veranstaltung in Zukunft jährlich stattfinden.

Über:

Allensbach Hochschule Konstanz
Herr Timo Keppler
Lohnerhofstrasse 2
78467 Konstanz
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fax ..: 07533 919 23 91
web ..: http://www.allensbach-hochschule.de
email : kanzler@allensbach-hochschule.de

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Allensbach Hochschule Konstanz
Frau Prof. Dr. Sonja Keppler
Lohnerhofstrasse 2
78467 Konstanz

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